

trend.PREMIUM, 18. Juli 2025
Die 100 reichsten Österreicher
HERZLICH WILLKOMMEN in der Welt der Reichen, die ärmer geworden sind. Es gibt zwar weiterhin 51 österreichische Milliardäre, ihr Vermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch in Summe um rund drei Milliarden Euro verringert, wie aus der penibel erstellten Liste von Andreas Lampl und Vanessa Voss hervorgeht (ab Seite 40). Ein Großteil des Minus entfällt auf die Autokrisen-geplagten Familien Porsche und Piëch, die nun erstmals auch im Kollektiv von einer einzelnen Person an der Spitze des Rankings abgelöst worden sind: Mark Mateschitz, dessen 49-prozentiger Anteil an Red Bull dank stetig wachsender Nachfrage nach dem Energydrink in fast allen Teilen der Welt weiter an Wert zulegt. Die traditionelle trend-Liste ist somit auch ein Indikator für globale Konsumentwicklungen: Autos made in Germany sind in der Defensive, aber Party ist immer irgendwo.
Auch der neue ÖFB-Präsident, im Brotberuf Generaldirektor der zum Raiffeisen-Reich gehörenden Industrieholding Leipnik-Lundenburger, hat einen 360-Grad-Blick auf die Welt. Deshalb sprachen wir mit Josef Pröll nicht nur über Fußball, sondern auch über Kaffeekonsum als Konjunkturindikator und das verstörende Bild, das die USA derzeit in der Welt abgeben. Gabriela Schnabel schaffte es dennoch, am Ende des Interviews ein Bild von Pröll mit rotem Kapperl („Making Agriculture Great Again“) zu machen. Dass ein ehemaliger Vizekanzler, Landwirtschafts- und Finanzminister, dessen Sohn zudem in der aktuellen Regierung sitzt, zur aktuellen Politik Stellung bezieht, obwohl er sich geschworen hat, es nicht zu tun – klar (ab Seite 18). Zum agrarischen Komplex passt auch das große Interview von Markus Groll mit Marcel Haraszti, Vorstand von Rewe International, in dem es u. a. um den Ärger der Bauernvertreter darüber geht, dass Billa und Billa Plus das AMA-Gütesiegel nicht auf ihren Clever-Hühnerfleischprodukten verwenden (ab Seite 24).
Stichwort Minister: Für die neue Ausgabe unseres Community-Magazins trend.LAW sprach Angelika Kramer mit der neuen Justizministerin Anna Sporrer. Die von der SPÖ in die Regierung nominierte Politikerin sorgt mit ihren Aussagen zu den wieder kräftig erhöhten Gerichtsgebühren bereits jetzt für Aufregung, und das nicht nur in der Welt der Juristen. Lesestoff also zu Genüge für die kommenden Wochen, in denen bei Ihnen hoffentlich mehr Abspannung als Aufregung auf dem Programm steht.
Viel Vergnügen!
Bernhard Ecker
Chefredakteur