trend.PREMIUM 25.09.2026 (PDF E-Paper)
Liebe Leserin, lieber Leser!
HERZLICH WILLKOMMEN zu einer Ausgabe, in der es um Nachfolger geht. In Zeiten großer politischer und technologischer Umbrüche ist ja Nachfolge wie der Tanz auf einem Vulkan. So ist eben der wichtigste Industriejob des Landes neu vergeben worden: Thomas Arnoldner wird Edith Hlawati an der Spitze der teil-staatlichen Beteiligungsholding Öbag ablösen.
Über die unvermeidliche Nähe des Neuen zum ÖVP-Wirtschaftsminister, die Folgen für die Öbag-Beteiligungen und das OMV-Prestigeprojekt Borouge International schreiben Andreas Lampl und Markus Groll ab Seite 8.
Einen Nachfolger, nämlich Martin Seiter, hat auch Oberbank-CEO Franz Gasselsberger, Europas längst dienender Bankengeneral, bereits. Das ändert jedoch nichts an seinem Drang zur Höchstleistung, wie trend-Chefredakteur Bernhard Ecker erfuhr, der dem Banker als Ort für ein angedachtes „Gipfelgespräch“ den 1.691 Meter hohen Traunstein bei Gmunden vorschlug. Die Antwort war ein mildes Lächeln – Untergrenze für den exzessiven Berggeher Gasselsberger, so wurde Ecker beschieden, sei der 2.515 Meter hohe Große Priel.
Zur Schonung von Gelenken, des Fotografen und des Terminkalenders einigte man sich schließlich auf den Gipfel des rund 1.000 Meter hohen Grünbergs, der noch dazu per Seilbahn erreichbar ist. Das ausgeruhte, kurzweilige Gespräch lesen Sie ab Seite 40.
Im zweiten großen Interview erfahren Sie von Andreas Brandstetter, seit 15 Jahren Chef des Versicherers Uniqa, warum sich etwaige Anwärter auf eine Nachfolge nicht allzu viel Hoffnung machen sollten. Auf die Frage von trend-Redakteurin Angelika Kramer, ob er nach Ablauf seines Vertrags Mitte 2028 weitermachen wolle, antwortete der Manager: „Wenn meine Aufsichtsräte das auch wollen, sehr gerne“ (ab Seite 28).
Mit einer Nachfolge stets verknüpft ist auch Veränderung. Was im Falle von Angela Bachmann, neu für die Österreich-Aktivitäten des Schweizer Zementriesen Holcim zuständig, nicht nur persönlich gemeint ist. Zitat: „Mit dem CEO-Titel ändert sich alles.“ Auch ihre Ziele betreffen ein höchst spannendes Unterfangen, wie Vanessa Voss ab Seite 48 beschreibt: das Speichern von CO₂, wie dies die Regierung nun nach Aufhebung des diesbezüglichen Verbots ermöglichen will.
Und auch Julia Zotter hat schon konkrete Pläne. Erst vor wenigen Monaten übergab Josef Zotter den Familienbetrieb an seine Tochter. Was die junge Chefin im oststeirischen Riegersburg nun alles ändern will, erzählte sie Paula-Marie Pucker (ab Seite 68).
Wir wünschen eine spannende Lektüre!
Oliver Judex
STV. Chefredakteur