trend. PREMIUM, 03.04.2026 (PDF E-Paper)
Liebe Leserin, lieber Leser!
Herzlich Willkommen zu einer Ausgabe, in der es um Sinn geht, wenngleich nicht um Übersinnliches. Die Themenwahl hat weniger mit Ostern zu tun als mit einem Trend, der sich seit geraumer Zeit in einer neuen Generation von Führungskräften beobachten lässt. Viele jüngere Manager:innen und Gründer:innen haben zwar nichts mit alter Religiosität oder gar Esoterik am Hut, sind aber auf der Suche nach Orientierung in einer Welt, die zwischen Hypertechnologie und Trump bisherige Glaubenssätze zerbröseln lässt. Von der Beschäftigung mit philosophischen und mentalen Fragen ist es dann oft nicht weit zu Spiritualität und neuen Glaubenssätzen. Wir baten arrivierte CEOs, die öffentlich bisher nie darüber gesprochen haben, genau das zu tun. Das Ergebnis ist eine Offenbarung – lesen Sie die Coverstory ab Seite 32.
Alte Religionen und daran geknüpfte kulturelle Identitäten sind im aktuellen Krieg im Nahen Osten eine treibende Kraft. Die Wucht der Ereignisse im Iran, in Israel und in der Golfregion hat aber sehr profane wirtschaftliche Folgen. Nicht nur das Geschäftsmodell ganzer Staaten wird auf die Probe gestellt, sondern auch jenes von Unternehmen, etwa der neu gegründeten Borouge Group International (BGI), die Österreichs größtes Industrieunternehmen werden soll. Kollege Andreas Lampl analysiert die aktuelle Situation ab Seite 16.
In der Sowjetunion, in der die gebürtige Usbekin Kamila Makhmudová ihre ersten zwölf Lebensjahre verbrachte, spielte Religion hingegen offiziell keine Rolle. Vielleicht ist sie im Gespräch mit trend-Redakteurin Angelika Kramer auch deshalb so erfrischend direkt. Makhmudová hat sogar eine gute Erklärung dafür, warum sie in der Raiffeisen Bank International, wo sie seit Jahresbeginn Finanzvorständin ist, den Beinamen „Kamila the Killer“ hat (ab Seite 24).
Als trend-Redakteurin Vanessa Voss für ein Porträt der börsennotierten Kontron AG deren CEO Hannes Niederhauser traf, waren es wohl eher Stoßgebete, die er gerade zum Himmel schickte: In der Stunde vor dem trend-Termin hatte die Aktie des Digitalisierungsunternehmens, dessen maßgeblicher Aktionär Niederhauser ist, zeitweise 24 Prozent an Wert verloren. Fast um ein Drittel ist der Wert des Papiers im letzten halben Jahr bereits gefallen. Was dahinterstecken könnte und wie das Geschäftsmodell des Linzer Unternehmens mit mehr als 1,6 Milliarden Euro funktioniert, erfahren Sie ab Seite 26.
In diesem Sinn ein sinniges und besinnliches Osterfest mit viel Lesevergnügen!
Bernhard Ecker
Chefredakteur