trend. PREMIUM, 16.01.2026 (PDF E-Paper)
Liebe Leserin, lieber Leser!
Herzlich willkommen zu unserer ersten Ausgabe des trend.PREMIUM im neuen Jahr, das wohl kaum weniger Herausforderungen als die vergangenen Jahre mit sich bringen wird – nicht nur, aber vor allem für die Wirtschaft. Daran wird auch die Industriestrategie 2035, die erst nach Redaktionsschluss präsentiert werden soll, nicht viel ändern – weder 2026 noch, so die Befürchtung von betroffenen Industrieunternehmen, in den kommenden Jahren.
Dass hochrangige Manager, noch bevor irgendein Detail einer neuen Regierungsstrategie bekannt ist, bereits enttäuscht sind, spricht Bände. Die Erwartungen an die heimische Politik können mittlerweile kaum niedriger geschraubt sein – wie auch jene von Porr-Chef Karl-Heinz Strauss, der seine Ernüchterung erst gar nicht verbergen will. Er erwartet lediglich die „Beseitigung von ein paar Symptomen“, jedenfalls keinen großen Wurf, der festhält, „wo das Land in fünf bis zehn Jahren stehen soll“. Dabei bräuchte es dringend einschneidende Systemveränderungen, um den Wirtschaftsstandort Österreich wieder attraktiv zu machen, sagt Strauss im ausführlichen trend-Interview, das Andreas Lampl mit ihm geführt hat (ab Seite 16).
Mit ein Grund für den Stillstand sind die ausgeklügelten Bremssysteme, die die EU vorgibt, wie etwa das Lieferkettengesetz, das trotz jüngster Verwässerung große Unternehmen nach wie vor betrifft – und undurchdacht sei, wie Strauss moniert: „Es sind Bürokraten am Werk, die keine Ahnung von der Wirtschaft haben.“ Doch die EU hat sich für das neue Jahr viel vorgenommen, um die Bedingungen für Unternehmen zu vereinfachen – und neue Regeln einzuführen. Lesen Sie in einer Analyse von Doris Vettermann ab Seite 22, was in der EU auf dem Arbeitsprogramm steht und wie sich Europa in der von Donald Trump diktierten neuen Weltordnung positionieren will.
Einige der geplanten Neuerungen betreffen dabei auch den Finanzsektor und damit mittelbar alle Anleger:innen. Thomas Martinek hat für die aktuelle trend-Titelgeschichte die fünf Megatrends, die die Börsen beben werden, herausdestilliert und verrät seine Investmentstrategie für 2026. Seine profunde Prognose: „80 Prozent der weltweiten Kursgewinne werden von einer Handvoll Aktien erzielt werden.“ Welche das sind, lesen Sie ab Seite 44.
Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und ein erfolgreiches Jahr 2026.
Oliver Judex
stv. Chefredakteur